Clubfeed · Vereins-App statt Gruppenchat
Neuigkeiten und Termine vom Verein, an einem Ort, nur für Mitglieder.
Ausgangslage
Vereinskommunikation läuft meistens über Gruppenchats. Für die Mitfahrgelegenheit zum Auswärtsspiel reicht das, für alles andere nicht. Wichtiges geht zwischen Smalltalk unter, Termine werden überscrollt, und aus einer Abstimmung wird ein Stapel Antworten, den jemand von Hand auszählt. Dazu kommt, dass ein Gruppenchat keine Rollen kennt: alle dürfen schreiben, also schreiben alle, und wer nur wissen will, wann das Training anfängt, steigt irgendwann aus. Das nächste Problem ist der Zugang. In einer Chatgruppe steht jede Handynummer für alle sichtbar, und wer den Verein verlässt, bleibt drin, bis es jemandem auffällt. Ein Verein hat damit keine Liste, wer eigentlich mitliest. Und schließlich verschwindet alles, was älter ist als ein paar Tage. Wer im Mai wissen will, was im März zur Platzpflege gesagt wurde, findet es nicht wieder. Ein Ersatz muss deshalb leichter sein als der Chat, den er ersetzt, sonst zieht niemand um.
Umsetzung
Clubfeed ist eine Mitglieder-App mit drei Sorten von Einträgen. Neuigkeiten tragen eine Gelesen-Markierung und lassen sich mit Wichtig hervorheben. Termine sammeln Zusage, Absage oder Vielleicht, und die Antworten stehen gezählt daneben, statt in Kommentaren zu liegen. Umfragen gibt es in drei Formen, als Ja-Nein-Frage, als Auswahl und als freie Antwort, sie können anonym laufen und tragen eine Frist. Drei Rollen entscheiden, wer was darf: Admin, Redaktion, Mitglied. Neue Mitglieder kommen nur über Einladung herein, entweder über eine Liste hinterlegter Mailadressen oder über einen Code mit begrenzter Nutzung, und eine Anmeldung wird freigegeben, bevor sie gilt. Der eigentliche Punkt ist, wo dieser Schutz sitzt. Er liegt als Zeilensicherheit in der Datenbank, ein Mitglied kann die Antwort eines anderen also technisch nicht abrufen, statt sie nur nicht angezeigt zu bekommen. Wer die Adresse kennt, kommt trotzdem nicht an fremde Daten. Für die Verwaltung gibt es einen eigenen Bereich mit Mitgliederliste, Zusammenführen doppelter Einträge und je einem Formular für Neuigkeit, Termin und Umfrage samt Auswertung. Die App ist mobile-first gebaut, läuft als Progressive Web App und lässt sich ohne App Store auf den Startbildschirm legen.
Ergebnis
Die Studie zeigt, was ein Verein gewinnt, wenn er den Gruppenchat verlässt: eine Stelle, an der das Wichtige auffindbar bleibt, eine Abstimmung, die sich selbst auszählt, und eine Mitgliederliste, die stimmt. Der Unterschied zeigt sich am dritten Tag, nicht am ersten. Was im März geschrieben wurde, steht im Mai noch da, und wer neu dazukommt, liest es nach, statt zu fragen. Gebaut ist die Studie am Beispiel eines Tennisvereins, mit Platzpflege, Trainingszeiten und Clubmeisterschaft, und sie passt auf jeden Verein mit demselben Problem, vom Schützenverein bis zum Chor. Für uns ist es der Beleg, dass eine kleine, sauber zugeschnittene App mehr trägt als eine große, die alles versucht, und dass Zugriffsschutz eine Entscheidung in der Datenbank ist und keine in der Oberfläche.
Eckdaten
- Kategorie: Webdesign
- Branche: Vereins-App / Community
- Dauer: Konzeptstudie
Systra Studios
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