Website zu langsam? Warum deine Seite Sekunden verliert und was zuerst hilft
Die meisten Sekunden stecken in Bildern, nicht im Hosting. Wo die Ladezeit wirklich entsteht, in welcher Reihenfolge du sie zurückholst und was ein schneller Server tatsächlich bringt.
„Unsere Seite ist langsam, wir brauchen einen besseren Server.“ Mit diesem Satz kommen viele Betriebe zu uns, und in neun von zehn Fällen ist der Server unschuldig. Er liefert die Seite in 0,3 Sekunden aus. Die anderen fünf Sekunden entstehen danach, im Browser des Besuchers, und dort kann der teuerste Server nichts ausrichten.
Dieser Artikel zeigt, wo die Sekunden wirklich stecken, in welcher Reihenfolge du sie zurückholst und warum die erste Maßnahme oft an einem Nachmittag erledigt ist. Mit Zahlen von einer Seite, wie wir sie regelmäßig auf den Tisch bekommen.
Erst messen, dann reparieren
Bevor irgendjemand etwas umbaut, braucht es eine Messung. Sonst wird am Gefühl repariert, und das Gefühl sagt fast immer „Server“. Zwei Werkzeuge reichen, beide kostenlos:
Die Grafik zeigt eine Seite, die wir im Sommer angeschaut haben: 5,4 Sekunden, bis am Handy etwas zu lesen war. Der Betrieb hatte gerade den Hostingtarif verdoppelt. Das brachte 0,1 Sekunden.
- PageSpeed Insights von Google. Adresse eingeben, den Reiter „Mobil“ nehmen, nicht „Desktop“. Am Handy im Mobilfunk zeigt sich, was die Seite wirklich wiegt.
- Der Netzwerk-Reiter im Browser. Rechtsklick, „Untersuchen“, dann „Netzwerk“ und die Seite neu laden. Die Liste nach Größe sortieren. Was oben steht, ist das Problem.
Bilder: der größte Posten, fast immer
Ein Foto vom Fotografen kommt mit 6000 mal 4000 Pixeln und 4,8 Megabyte. Auf dem Handy wird es 390 Pixel breit angezeigt. Der Browser lädt trotzdem die ganze Datei, und im Mobilfunk sind das gut drei Sekunden für ein einziges Bild. Zwölf davon auf der Startseite, und die Seite ist tot.
- Bilder auf die Größe rechnen, in der sie angezeigt werden. Ein Titelbild braucht 1600 bis 2400 Pixel Breite, ein Teamfoto 800, ein Logo 400.
- Als WebP speichern statt JPEG oder PNG. Gleiche Qualität, ein Drittel der Größe. Jedes Bildprogramm kann das inzwischen.
- Drei Größen je Bild, und der Browser nimmt die passende. Das Handy lädt dann 400 Pixel, nicht 2400.
- Bilder unterhalb des sichtbaren Bereichs erst laden, wenn gescrollt wird. Ein Wort im Code, große Wirkung.
- Videos nie als Datei einbetten. Ein Titelvideo mit 40 Megabyte ist der häufigste Grund für Seiten, die am Handy gar nicht erst aufgehen.
Skripte: was alles lädt, bevor man lesen kann
Der zweite Posten sind Skripte: Google Analytics, Facebook-Pixel, ein Chat-Widget, der Slider, das Cookie-Banner, die Schrift-Animation, das Kartenmodul. Jedes davon ist ein eigener Weg zu einem fremden Server, und der Browser wartet auf alle, bevor die Seite steht.
Slider und Baukästen: Der Bilder-Slider auf der Startseite ist doppelt teuer: Er lädt sechs große Bilder, von denen der Besucher eines sieht, und ein Skript, das sie bewegt. Bei Baukasten-Systemen kommen die Skripte des Baukastens dazu, ob man sie braucht oder nicht. Warum das bei einer individuell gebauten Seite anders ist, steht in unserem Vergleich WordPress oder individuelle Website.
- Zählen, was läuft. Der Netzwerk-Reiter zeigt es. Bei vielen Seiten sind es 20 bis 40 fremde Skripte, von denen der Betrieb drei kennt.
- Weg mit allem, was niemand auswertet. Ein Facebook-Pixel ohne Facebook-Anzeigen misst nichts und kostet trotzdem.
- Chat-Widgets sind die schwersten Gäste. Wer nicht innerhalb von Minuten antwortet, braucht keinen Chat, sondern ein Formular.
- Was bleibt, lädt nach dem Text, nicht davor. Das ist eine Frage der Reihenfolge im Code, nicht der Menge.
Schriften: vier Schnitte von einem fremden Server
Schriften sind ein kleinerer Posten, aber ein tückischer: Solange sie nicht geladen sind, zeigt der Browser oft gar keinen Text. Vier Schnitte von Google Fonts, jeder ein eigener Weg zu einem Server in den USA, und die Seite steht eine halbe Sekunde weiß da.
- Zwei Schnitte reichen fast immer: normal und fett. Kursiv und leicht braucht kaum eine Seite.
- Schriften auf dem eigenen Server ablegen statt von Google laden. Schneller, und seit dem Urteil von 2022 auch beim Datenschutz die sicherere Wahl.
- Den Text mit einer Ersatzschrift sofort anzeigen und die richtige Schrift austauschen, sobald sie da ist. Ein Wort im Code.
Hosting: der kleinste Posten, aber der erste Verdacht
Der Server ist nicht egal, er ist nur selten das Problem. Ein guter Server liefert die erste Antwort in unter 0,3 Sekunden. Ein schlechter braucht eine Sekunde. Das ist ein Unterschied, aber ein kleiner neben drei Sekunden Bildern.
- Der Servertarif hilft nur, wenn die erste Antwort langsam ist. PageSpeed zeigt den Wert als „Antwortzeit des Servers“. Liegt sie unter 0,5 Sekunden, ist der Server erledigt.
- Ein Zwischenspeicher vor dem Server, der die fertige Seite ausliefert, bringt mehr als ein größerer Tarif. Bei uns gehört er dazu.
- Ein Server in Deutschland oder der EU ist schneller für Besucher in Münster als einer in den USA, und beim Datenschutz ohnehin.
Reihenfolge und Aufwand
Die Reihenfolge ist die Reihenfolge der Grafik: erst der breite Streifen, dann die schmalen. Und sie ist zugleich die Reihenfolge des Aufwands.
Bilder: ein Nachmittag: Alle Bilder neu rechnen und ersetzen. Bei zwanzig Seiten ein Nachmittag, bei hundert zwei Tage. Bringt meist die Hälfte der Ladezeit zurück.
Skripte: eine Stunde: Alles rausnehmen, was niemand auswertet. Dann den Rest nach hinten schieben. Bringt eine weitere Sekunde.
Schriften: eine Stunde: Auf zwei Schnitte reduzieren, lokal ablegen, Ersatzschrift sofort zeigen. Bringt eine halbe Sekunde und die weiße Seite am Anfang.
Hosting: ein Umzug: Nur, wenn die Antwortzeit über einer halben Sekunde liegt. Sonst ist das Geld in den Bildern besser angelegt.
Wer nach diesen vier Schritten noch bei über drei Sekunden liegt, hat ein anderes Problem: meist einen Baukasten oder ein Theme, das für jede Seite alles lädt. Dann hilft kein Feinschliff mehr, sondern ein Neubau. Ob es so weit ist, sieht man an der Messung, nicht am Gefühl.
- PageSpeed Insights mit deiner Adresse aufrufen, Reiter Mobil.
- Im Netzwerk-Reiter die drei größten Dateien notieren. Sind es Bilder, fang dort an.
- Die drei größten Bilder auf 1600 Pixel Breite rechnen und als WebP speichern. Noch einmal messen.
Wie wir Seiten bauen, die schnell bleiben
Unsere Seiten laden ohne Baukasten, ohne Slider und mit Bildern in drei Größen, die der Browser selbst wählt. Schriften liegen auf dem eigenen Server, Skripte gibt es nur, wenn sie etwas messen, das jemand liest. Deshalb liegen unsere Projekte bei PageSpeed am Handy meist über 90 Punkten, und zwar am Tag des Go-live und ein Jahr später. Mehr dazu, wie wir schnelle Websites aus Münster bauen, auf unserer Stadtseite.
Wer eine bestehende Seite schneller machen will, ohne sie neu zu bauen, bekommt bei uns einen Ladezeit-Check mit der Messung und der Liste, was zuerst hilft. Bei einem Neubau ist das Tempo in jedem Paket dabei, ob 1.900, 3.900 oder 7.900 Euro.
Ladezeit prüfen lassen Schick uns die Adresse deiner Seite. Wir messen sie am Handy, zeigen dir, wo die Sekunden stecken, und sagen, ob ein Nachmittag reicht oder ein Neubau ansteht. Website-Check anfordern
Systra Studios
Gasselstiege 30L, 48159 Münster
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